Formulierungshilfen
Formulierungshilfen für eine präzise, klar auswertbare fachliche Einschätzung.
Das sind keine Konserventexte, sondern Formulierungshilfen: Satzanfänge und Denkstützen, die die fachliche Einschätzung strukturiert und nachvollziehbar machen. Du beschreibst weiter selbst und in eigenen Worten – die Hilfe sorgt nur dafür, dass die Beschreibung klar gegliedert und gut auswertbar ist.
Formulierungshilfen entlang der Kette
- Beobachtung: „Im Betreuungsverlauf wurde beobachtet, dass …"
- Teilhabeeinschränkung: „Aus fachlicher Sicht zeigt sich eine Einschränkung im Bereich … "
- Auswirkung im Alltag: „Dies wirkt sich im Alltag dadurch aus, dass …"
- Unterstützungsbedarf: „Daraus ergibt sich ein Unterstützungsbedarf im Bereich …"
- Ressourcen: „Als Ressource steht zur Verfügung … / Förderlich wirkt …"
- Umweltfaktoren: „Als relevanter Umweltfaktor ist zu berücksichtigen …"
- Fachliche Zielannahme (Richtung): „Aus fachlicher Sicht erscheint als sinnvolle Entwicklungsrichtung … " (keine SMART-Formulierung – die übernimmt das Fallmanagement)
- Maßnahmenvorschlag: „Als geeignete Herangehensweise wird vorgeschlagen … "
- Zeitansatz (Orientierung): „Als orientierender Zeitansatz erscheinen … – nicht als Stundenfestlegung."
- Begründung – geeignet: „Die Maßnahme ist geeignet, weil …"
- Begründung – erforderlich: „Die Maßnahme ist erforderlich, weil …"
- Umsetzbarkeit: „Die Maßnahme kann durch den Leistungserbringer umgesetzt werden, indem …"
- Abgrenzung: „Es handelt sich um Eingliederungshilfe und nicht um Pflege/Betreuung/Beratung, weil der Fokus auf … liegt."
Wichtig: Fachlich abgeleitete Wünsche/Ziele immer als solche kennzeichnen – „aus fachlicher Sicht" / „im Verlauf ableitbar" –, nicht als Aussage der Person.
Durchgehendes Beispiel (KI-verwertbar)
Fachliche Beobachtung: Im Betreuungsverlauf wurde beobachtet, dass der LB wiederkehrende Haushaltsaufgaben (Reinigung, Wäsche, Vorratsplanung) ohne Anleitung regelmäßig nicht umsetzt. Teilhabeeinschränkung: Aus fachlicher Sicht zeigt sich eine Einschränkung im häuslichen Leben aufgrund eingeschränkter Handlungsplanung und geringer psychischer Belastbarkeit. Auswirkung im Alltag: Dies wirkt sich dadurch aus, dass notwendige Aufgaben liegen bleiben und Überforderung entsteht; die eigenständige Wohnform ist gefährdet. Ressourcen / Umweltfaktoren: Förderlich wirken feste Routinen und visuelle Checklisten; eine wohnortnahe Tagesstruktur ist vorhanden. Fachliche Zielannahme (Richtung): Aus fachlicher Sicht erscheint sinnvoll, dass der LB wiederkehrende Haushaltsaufgaben zunehmend mit Anleitung und Wochenplan eigenständiger bewältigt. (Die SMART-Operationalisierung und die Stundenzahl legt das Fallmanagement im Gesamtplan fest.) Maßnahmenvorschlag (Orientierung): Anleitung im häuslichen Leben mit Schwerpunkt Strukturierung, Einübung und Reflexion; orientierender Zeitansatz ca. 2× wöchentlich je 30 Minuten – als Vorschlag, nicht als Stundenfestlegung. Begründung: Die Maßnahme ist geeignet, weil sie an der Handlungsplanung ansetzt; sie ist erforderlich, weil ohne Anleitung die Aufgaben ausbleiben; sie ist angemessen, weil sie kleinschrittig und auf Befähigung ausgerichtet ist. Sie kann durch den Leistungserbringer umgesetzt werden, indem eine Bezugskraft die Anleitung im häuslichen Umfeld übernimmt. Es handelt sich um Eingliederungshilfe (pädagogische Förderung), nicht um Pflege (stellvertretende Versorgung).
